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Sonnenblumen aus der Achterhoek

Grün Markiert
4 Juni 2026

Im Jahr 2019 begannen Niek und Elze Sloetjes mit ihrer Gärtnerei ’t Sonnevier. Was klein und romantisch begann, hat sich zu einem professionellen Unternehmen mit 15 Hektar Sommerblumen entwickelt.

Sonnevier ist ein altniederländisches Wort für „Flammen der Sonne“. Von Juni bis Ende Oktober liegt tatsächlich ein gelber Schimmer von Sunrich-Orange-Sonnenblumen über 4 Hektar Sandboden. Doch auf den angrenzenden Parzellen blühen inzwischen auch Dill, Daucus, Achillea, Akelei und Amaranthus. Niek: „Am Anfang haben wir alles selbst gemacht: das Anbauen und Ernten, aber auch das Binden der Sträuße für den lokalen Verkauf. Doch wir merkten schnell, dass wir uns professionalisieren mussten, um rentabel zu sein.“ Das Sortieren und Bündeln wird inzwischen von einer Bündelmaschine übernommen, und wo früher das eigene Auto vollgeladen wurde, fährt heute ab Juni täglich ein LKW Richtung Ede.

Kontinuität

Mit zehn Mitarbeitern in der Hochsaison ist ’t Sonnevier kein kleiner Züchter mehr. „Da wir in der eigenen Region keine Arbeitskräfte finden konnten, arbeiten wir mit polnischen Mitarbeitern. Rekrutierung und Unterbringung organisieren wir selbst. Bei Bedarf schalten wir auch eine Zeitarbeitsfirma ein. Wir kümmern uns gut um unsere Mitarbeiter und sprechen inzwischen ein paar Worte Polnisch. Auf diese Weise können wir die Kontinuität der Ernte gut gewährleisten und haben Zeit für andere Dinge, wie das Erschließen neuer Märkte. Möglicherweise werden wir auch wieder selbst Sträuße aus kleineren Sorten zusammenstellen. Diese möchten wir dann über Plantion anbieten.“

Gut einschätzen

Die Zusammenarbeit mit Plantion verläuft aus Sicht von Niek und Elze sehr angenehm. „Wir nutzen die Versteigerungsuhr in Ede immer geschickter. Mit der Klok-Vorvermarktung können wir die Nachfrage gut einschätzen. Wenn wir sehen, dass 25 Prozent einer Partie bereits verkauft sind, können wir den Preis etwas anpassen und gegebenenfalls mehr anliefern. Wir verstehen inzwischen, wie das Spiel funktioniert. Bei geringer Nachfrage verdienen wir weniger, bei vorhandener Nachfrage erzielen wir einen besseren Preis. Letztlich geht es um die Durchschnittswerte über die gesamte Saison.“

Ihnen fällt auf, dass die Nachfrage je nach Region weiterhin unterschiedlich ist. Während Dill auf anderen Versteigerungen manchmal schwierig läuft, ist die Nachfrage bei Plantion größer. „Die Käufergruppe in Ede hat wirklich einen eigenen Charakter. Darauf reagieren wir, indem wir eine konstante Anlieferung garantieren. Plantion achtet darauf, dass nicht zu viele Züchter mit demselben Produkt vertreten sind, und sorgt für einen guten Platz im Sichtfeld von der Tribüne.“

Aufmerksamkeit für die Umgebung

’t Sonnevier ist MPSA+-zertifiziert. Die Eigentümer sprechen selbst lieber von „einem konventionellen Blumenbetrieb mit Aufmerksamkeit für die Umgebung“. „Wir jäten und bringen festen Stallmist auf die Felder aus. Einen Teil der Kulturen bauen wir ohne Pflanzenschutzmittel an. Oft ist das eine Frage des Ausprobierens. Wir beginnen dann ohne Mittel und merken im Verlauf, ob wir nachsteuern müssen. Rittersporn ist beispielsweise anfällig für bzw. für Falschen Mehltau, aber der Kunde möchte keine Blumen mit braunen Blättern. Es bleiben Zierpflanzenprodukte, die gut aussehen müssen.“ Da es nur wenige vergleichbare Gärtnereien in der Achterhoek gibt, ist der Austausch mit Fachkollegen manchmal schwierig. Niek: „Im Westland macht der Nachbar dasselbe wie du, und man kann leicht Erkenntnisse teilen. Ich muss oft selbst das Rad neu erfinden, und das ist manchmal eine Herausforderung.“

Länger in der Vase

In den ersten Jahren lieferte ’t Sonnevier Stiele mit einer Länge von 72, danach verlagerte sich die Nachfrage auf längere Stiele. Niek und Elze arbeiteten daher mit größeren Saatabständen. „Das führt zu einem qualitativ hochwertigeren Produkt, das länger in der Vase schön bleibt.“ In ihrer Versuchsfläche experimentieren sie inzwischen weiter mit neuen Sorten.

Daucus carota Dara wird bereits in größerem Umfang angebaut. „Das ist eine schöne rosa Wilde Möhre, die manchmal noch wieder ins Weiße zurückschlagen will. Solche Puzzles dürfen wir als Züchter selbst lösen, und genau das macht unseren Beruf interessant und bereitet uns Freude.“

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