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Blumenzüchter sind auch Naturliebhaber

Nachrichten
22 Juni 2026

Es ist eines der wichtigsten Themen in der Branche: Wie können Züchter mit weniger chemischen Pflanzenschutzmitteln auskommen? Laut Jan Hardeman vom Forschungsbüro Eurofins Agro in Wageningen ist noch ein Weg zu gehen, aber es geht in die richtige Richtung. „Ein Züchter möchte nichts lieber, als ein schönes und umweltfreundliches Produkt zu liefern.“

Jan Hardeman erinnert sich gern an die Zeit, in der er seinem Großvater im Gemüsegarten helfen durfte. Später, nach einem Studium der Pflanzenwissenschaften und des internationalen Gartenbaus, sammelte er Erfahrung im Anlegen von Ziergärten und verkaufte Alleebäume. Diese Kombination aus Theorie und Praxis fügte sich 2010 bei seiner Anstellung als Accountmanager bei Eurofins Agro zusammen. „Wir betreiben viel Forschung in Zusammenarbeit mit Universitäten, aber ich selbst finde es vor allem interessant zu sehen, was ein Anbauer konkret damit anfangen kann.“

Genießen

Die Berichte in den (sozialen) Medien lügen nicht, sieht auch Jan. Ein Blumenstrauß wird als „ein Sträußchen Gift“ bezeichnet und Züchter sind „Männer, die verbotene Mittel spritzen“. Seiner Meinung nach stimmt dieses Bild nicht: „Ein Züchter möchte nichts lieber, als schöne Produkte für Haus und Garten und den öffentlichen Raum herzustellen. Er ist kein Züchter geworden, um zu spritzen, sondern um sich mit seiner Kultur zu beschäftigen: schneiden, ernten, selektieren. Genau wie alle anderen möchte er auch die Natur genießen.“

Messen heißt wissen

Was es schwierig macht, ist, dass Verbraucher, die Blumen und Pflanzen kaufen, ein perfektes Produkt wollen. Blumen und Pflanzen anzubauen ist daher Hochleistungssport, sagt Jan. „Die Niederlande sind darin Weltmeister, die ganze Welt schaut auf uns. Unsere Gewächshäuser sind Hightech.“ Mit Fachwissen und Technik ist es in den Niederlanden also gut bestellt. Aber was, wenn plötzlich doch Schädlinge in deinem Gewächshaus sind? Jan hat einen klaren Rat: Messen ist Wissen! „Mit Sensoren und Laboranalysen kannst du gut sehen, ob eine Pflanze unter optimalen Bedingungen wächst. Erst wenn du weißt, was in deinem Substrat und in deinem Wasser ist, weißt du, was du noch an Düngung hinzufügen musst. Es kommt auf Genauigkeit an, denn jede Kultur ist anders und alles muss stimmen. Aber wenn du es richtig machst, brauchst du keine oder weniger chemische Pflanzenschutzmittel.“

Schädliche Organismen

Jan erkennt wohl, dass die Umstände schwierig sein können. „Manchmal sind von Natur aus einfach viele schädliche Organismen vorhanden. Dann ist es die Herausforderung, diese zu bekämpfen. Man kann im Gewächshaus Insektenschutzgitter vor die Fenster anbringen, Pflanzen züchten, die resistent sind, oder Pflanzen so stark machen, dass ein Schädling oder eine Krankheit weniger Chancen hat. Außerdem wird bereits intensiv mit der Natur zusammengearbeitet, indem biologische Gegenspieler eingesetzt werden (siehe Tabelle). Achte dabei auf die richtige Ernährung, ausreichend Sauerstoff und gute Mikroorganismen rund um die Pflanzenwurzel. Und kombiniere das mit einem optimalen Klima rund um die Blätter, damit eine Pflanze gut wachsen kann.“

Test bei Plantion

Aufgrund von Fragen aus dem Markt möchten wir, dass klar ist, welche Mittel auf Blumen und Pflanzen vorhanden sind, die über Plantion gehandelt werden. Durch diese Transparenz können Kunden beim Einkauf bewusstere Entscheidungen treffen. Wir haben Eurofins Agro gebeten, eine Reihe von Produkten zu testen. Die Ergebnisse solcher Tests untermauern die guten Schritte, die unsere Anlieferer unternehmen, und können in Zukunft den Einkäufern die nötigen Einblicke geben, die sie in Richtung Verbraucher benötigen. Es ist ein Prozess, in dem bereits vieles gut läuft und auch noch Verbesserungen nötig sind. Züchtern, die sich positiv hervorheben, geben wir gerne die Bühne und die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Biologische Schädlingsbekämpfer im Gewächshausanbau

Laut dem Zentralamt für Statistik wurden im Jahr 2024 auf 94 Prozent der gesamten niederländischen Gewächshausanbaufläche biologische Schädlingsbekämpfer gegen Schädlinge eingesetzt. Dabei handelt es sich vor allem um Raubmilben, Raubthripse, Schlupfwespen und Gallmücken sowie um Raubwanzen, -fliegen und -käfer.

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