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Pandabär verhilft nischenprodukt zum durchbruch

In den 1990er Jahren gründete Bennie Nielsen einen eigenen Zuchtbetrieb für winterharten Bambus. Damals war das asiatische Produkt noch unbekannt, dafür ist es heute umso beliebter. Und das alles dank der Pandas in zahlreichen europäischen Tiergärten, die die Bambusstengel von Bamboo Giant aus Asten in Brabant zu schätzen wissen.

“Als ich damit anfing, war Bambus als Pflanzenart so gut wie unbekannt. Wenn ich damals erzählte, dass ich Bambus züchte, glaubte man, ich meine Stöcke”, sagt Benny. “Inzwischen hat sich Bambus als Pflanze durchgesetzt. Gartenarchitekten kennen und verwenden Bambus, ebenso wie viele Verbraucher. Wir haben uns immer für die Promotion dieses Produktes eingesetzt. So sind wir regelmäßig auf Messen wie TuinIdee in Den Bosch vertreten. Nicht unbedingt, um etwas zu verkaufen, sondern einfach nur, um Menschen auf neue Ideen zu bringen.”

Mit einer einzigen Pflanze fing alles an
Bennie kam vor etwa 25 Jahren mit Bambus in Berührung. Seine Eltern hatten einen kleinen Gartenbetrieb und züchteten Gemüse. “Meinen grünen Daumen habe ich ihnen zu verdanken.” Die Gewächshäuser mussten der Industrie weichen. Bennie entdeckte, dass er sich mehr für Blumen und Pflanzen als für Gemüse interessierte und beschloss, sich eingehender mit den Möglichkeiten zu befassen. Über eine Firma, in der er einen Blick hinter die Kulissen werfen durfte, kam er mit Bambus in Berührung. “Die Bambuspflanze hat mich gleich angesprochen”, erzählt er begeistert. “Kurze Zeit später traf ich auf einer Messe in Amsterdam einen Mann, der winterharte Bambuspflanzen verkaufte. Ich schlug ihm vor, sie für ihn zu züchten. Als ich meinen Eltern von meinen Plänen erzählte, wussten Sie noch nichts von Bambus. Sie sagten: ‘Wenn es dich anspricht, solltest du es tun’. Und das war der beste Rat, den sie mir geben konnten. Ich begann mit einer einzigen Bambuspflanze und einem angemieteten Gewächshaus.”

Fest im Bambusmarkt verwurzelt
Die ersten zwei Jahre arbeitete er für den Verkäufer, den er in Amsterdam kennengelernt hatte. Im Jahr 1995 wurde er selbstständig und gründete die Firma Bamboo Giant.
Inzwischen ist die Firma fest im Nischenmarkt für Bambuspflanzen verwurzelt. Es gibt kein anderes Unternehmen mit einer vergleichbaren Ausrichtung auf Bambuspflanzen. Bennie: “Unsere Strategie ist, dass wir das ganze Jahr über winterharte Bambuspflanzen anbieten. Für uns gibt es kein ‘Geht nicht‘. Wenn wir für ein Projekt mehr Bambus brauchen, als unser Lager hergibt, wenden wir uns an Zuchtbetriebe, mit denen wir zusammenarbeiten.” Unser Unternehmen in Asten liefert direkt an Kunden in ganz Europa. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Gartencenter, Exportbetriebe und Gärtnereien. So bringt Benny seine Produkte auch über das Grünzentrum und das Vermittlungsbüro von Plantion auf den Markt. “Bei Plantion kommt auch unser Fachwissen gut zur Geltung. Wen ein Kunde, oft ein Gärtner, etwa einen Bambustyp sucht, der sich für eine besonders feuchte oder auch trockene Umgebung eignet, geben wir Tipps und Beratung. Wir freuen uns, wenn die richtige Bambuspflanze an den richtigen Ort kommt.“

Tiergärten
Inzwischen beschäftigt das Unternehmen vierzehn Mitarbeiter. Und befindet sich immer noch im Wachstum. Das liegt einerseits an der jetzt wesentlich größeren Bekanntheit der Bambuspflanze, andererseits an der gestiegenen Nachfrage nach Bambushalmen seitens der Freizeitindustrie. Vor fünfzehn Jahren kam der Berliner Zoo als erster mit der Frage auf uns zu, ob Bamboo Giant auch Bambushalme für seine Pandabären liefern konnte. “Ich wusste, dass Pandabären Bambus essen, mehr aber auch nicht. Wir haben den Handschuh aufgenommen, der uns zugeworfen wurde, und unser Bestes gegeben.“ Die Zucht befindet auf einem 8 ha großen Gelände statt und verlangt einige Expertise. “Pandas sind echte Feinschmecker. Sie wollen keinen jungen Bambus, sondern 2-3 Jahre alte Halme, etwa 7-8 cm dick. Die Tiere müssen einen unglaublich starken Kiefer haben. Jedenfalls brauchen unsere Sägen alle drei Tage einen neuen Schliff, so hart ist der Bambus.”

Abwechslungsreiche Küche
Bamboo Giant liefert an Tiergärten in Schottland, Österreich und Belgien. Auch die Pandas im niederländischen Ouwehands Dierenpark in Rhenen beziehen ihre Knabberstäbchen aus der Astener Küche. “Wie wir Menschen, lieben auch Pandabären etwas Abwechslung. Eine Sorte, die heute mit Appetit verzehrt wird, kann in wenigen Tagen auf einmal ihre Beliebtheit verlieren. Wir liefern meistens auf Wochenbasis ein Sortiment mit sechs bis zwölf verschiedenen Bambussorten. Pfleger geben immer wieder eine andere Bestellung für die nächste Woche auf. Der Verkauf von Bambus an Tiergärten ist für Bamboo Giant durchaus lohnend. “Unsere Hauptaktivitäten sind immer noch Aufzucht und Vertrieb von Bambuspflanzen, fünfzehn bis zwanzig Prozent unseres Umsatzes wird durch den Verkauf von Pandafutter erwirtschaftet. Aber dieser Anteil wächst. Unser Name geht von Mund zu Mund und wir bekommen jetzt auch Anfragen von Vergnügungsparks, die Bambus zur Verzierung ihrer Räume und Attraktionen verwenden. Wöchentlich werden hier etwa fünfzehnhundert Kilo Bambuslaub vertrieben.”

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