Zurück zu den Wurzeln
In einer Welt voller Marketingkonzepte, Plastikverpackungen und digitaler Reize setzt Gerwald van Ingen von Delano Wonen en Tuin bewusst auf einen persönlichen Ansatz und den Verkauf hochwertiger Pflanzen. Er selbst ist das „Aushängeschild“ seines Unternehmens in Culemborg.
Persönliches Gespräch
Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Gartencenter von Gerwald van Ingen, benannt nach seinem Sohn Delano, zu einer Marke mit Ausstrahlungen in die Bereiche Interieur und Gartenmöbel. Während sich Van Ingen junior darauf spezialisiert, kehrt senior zu den Grundlagen eines Gartencenters zurück: der Fokus liegt wieder auf Grün. Keine Katzenstreu, Batterien oder Süßigkeiten an der Kasse, wie man es immer häufiger sieht.
„Daran sollten wir als Fachleute nicht mitmachen. Schuster, bleib bei deinem Leisten!“
Gerwald richtet sich auf eine Zielgruppe, die für hochwertiges Grün ins Gartencenter kommt: die Generation 55+.
„Diese Zielgruppe ist ein konstanter und treuer Faktor. Sie kommen nicht für zehn kümmerliche Röschen für zwei Euro, sondern entscheiden sich für Qualität: Stiefmütterchen kaufen sie bereits im frühen Winter, hängende Geranien erst nach den Eisheiligen.“
Wo man laut Gerwald auf Fachmessen „mit Verpackungen und Marketingkonzepten überschwemmt wird“, setzt er auf das persönliche Gespräch. Er selbst ist „das Etikett“ seines Unternehmens.
„Kunden möchten informiert werden. Ob es um den Unterschied zwischen konventionellem und biologischem Anbau geht oder um eine Blühgarantie bei einer Orchidee: Du bist der Experte, der Vertrauen schafft.“
Tempo der Nachhaltigkeit
In einer Zeit, in der viele Blumengeschäfte ihre Türen schließen, sieht Gerwald gerade darin Chancen. Allerdings nur unter nachhaltigen Bedingungen.
„Rittersporn oder eine blühende Primel im Winter sollte man nicht anbieten wollen. Bei uns findet man auch kein Cellophan mehr, sondern Papier. Und statt Kunststoff-Bindedraht verwenden wir Schnur.“
Er setzt sich für mehr Nachhaltigkeit ein, merkt jedoch an, dass das Tempo der Entwicklung kritisch betrachtet werden sollte.
„Es geht in einem solchen Tempo voran, dass ein hart arbeitender Gärtner es kaum noch Schritt halten kann. Es müssen Renditen und Investitionsmöglichkeiten erhalten bleiben, damit diese Schritte überhaupt umgesetzt werden können.“
Gute Beratung
Durch sorgfältigen Einkauf minimiert Gerwald seine Abschriften und kann mit besseren Margen arbeiten.
„Kunden akzeptieren eine Marge vom ‚dreifachen Einkaufspreis‘ nicht mehr, sind aber durchaus bereit, für gute Beratung zu bezahlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie die passenden Hilfsmittel in Ihrem Geschäft haben, wie das richtige Bindematerial oder einen Aufsteckstab, damit Sie auch dadurch einen zusätzlichen Mehrwert bieten.“
„Wir müssen vor allem zurück zu den Grundlagen. Ich bin überzeugt, dass die Zukunft den Fachspezialisten gehört, der sich von der Masse abhebt und wirklich den Mut hat, zu beraten.“
Qualität bei Plantion
Diesen ‚Back to Basics‘-Ansatz setzt er auch in seiner Einkaufsstrategie bei Plantion fort, wo er sich zu Hause fühlt. Er liebt das Spiel an der Uhr, warnt aber vor der Gefahr, ‚dem Markt hinterherzulaufen‘.
„Wenn alle Gärtner dasselbe produzieren, bricht der Preis ein. Das ist tödlich für die Rendite.“
Gerwald entscheidet sich daher immer häufiger für den Einkaufskarren mit besonderen Produkten von Gärtnern wie Botanica Nova. Auch beim mediterranen Sortiment von Delano setzt er auf Qualität.
„Keine kleinen Palmen aus Italien, sondern eine genetisch starke Variante aus den spanischen Hochebenen, die einiges aushält.“
Er findet all das bei Plantion.
Wo Gerwald sieht, dass Wissen und Fachkenntnis in der Branche zurückgehen, ist er überzeugt, dass Plantion ebenfalls eine Rolle dabei spielen kann, das handwerkliche Können zu bewahren.
„Es ist ein idealer Ort für junge Mitarbeitende von Floristen und Gartencentern, um das Fach weiter zu erlernen. Lassen Sie sie den Auktionsprozess kennenlernen und beherrschen – daraus entwickeln sie ein wertvolles kommerzielles Verständnis.“