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 “Wir machen weiter, solange wir können“

Die Brüder Huib (82) und Jan van Rumpt (80) betreiben schon seit sechzig Jahren gemeinsam einen Zuchtbetrieb in Gameren.„Huib regelt alles, und ich führe es aus“, sagt Jan. Ein besonderer Betrieb mit zwei unternehmungslustigen und engagierten Männern.

Klein, viel Handarbeit und ohne Aussicht auf einen Nachfolger. Jan van Rumpt: „Es findet sich niemand, der diesen Betrieb übernehmen möchte. Dafür sind wir viel zu klein. Wir werden uns nicht verändern. Der Nachbar ist schon ein paar Mal hier gewesen und hat uns gefragt, wann wir aufhören wollen. Aber wir hoffen, unseren Betrieb noch lange mit Freude fortsetzen zu können.” An sechs Tagen pro Woche züchten die beiden Männer Schnitt-Euphorbien. „Wir gehen schon ab und zu mal aus.
Auf eine Messe oder zu einem der anderen neun Züchter von Schnitt-Euphorbien in den Niederlanden. Damit wir sehen, wo wir uns verbessern können. Und im Sommer fahre ich ab und zu mit meinem Motorrad.“

 

Kluger Bruder

Die Aufgaben sind klar verteilt: „Huib regelt alles, und ich führe es gemeinsam mit unserem Personal aus. Wir haben einen Mitarbeiter mit 81 und einen mit 64 Jahren – das ist noch ein junger Spund. Mein Bruder sagt, was zu tun ist, und dann machen wir uns an die Arbeit.
Er ist klüger als ich und weiß mehr. In allen Bereichen. Manchmal gibt es schon mal eine Meinungsverschiedenheit über die Arbeitsverteilung.
‚Wir machen es so.‘ ‚Nein, wir machen es so.‘ Aber grundsätzlich sind die Rollen klar verteilt. Ich stelle alles bereit, und Huib bringt es weg.
Tag für Tag. Ein Teil geht nach Plantion und der Rest nach Aalsmeer.”

 


Das Gesamtbild

Neben Schnitt-Euphorbien züchten die Brüder vier Hektar Erdbeeren, sieben Hektar Kartoffeln, 20 Hektar Chelone oblique („die Schildkrötenblume“), 30 Hektar Forsythien und 45 Hektar Birnen an. Die Forsythie wird hauptsächlich für das chinesische Neujahrsfest angebaut.
Mitte Oktober kommen die Zweige ins Kühlhaus, wo die Temperatur auf minus drei Grad sinkt. Ende Dezember werden sie aufgewärmt und sortiert.
Dadurch können sie im richtigen Moment versteigert werden. Jan: „Wir haben zuerst mit Chrysanthemen und Nelken begonnen. Aber die ganze Palette der Kulturen, die wir jetzt haben, ist finanziell attraktiver und die Arbeitsbedingungen sind besser. Mit dem, was wir jetzt anbauen, egal wie wenig es auch ist, kommen wir das ganze Jahr über hin. Wir sind nicht groß, aber man muss das Gesamtbild betrachten.“

 

Kaninchen und Kanarienvögel

Im Zuchtbetrieb Van Rumpt ist neben Blumen und Obst auch Platz für Tiere. Gerrie, die Frau von Jan, hält Kanarienvögel und Kaninchen.
In der Scheune neben dem Hof gibt es zwei Wände mit Vogelkäfigen. Eine weitere Wand beherbergt viele Vogelbücher („Handbuch für den Kanarienvogelzüchter“) und Trophäen. Frau Van Rumpt hat mit ihren über 200 Kanarienvögeln viele Wettbewerbe gewonnen.
„Die Vereinbarung lautet: ich finanziere die Tiere, und meine Frau kümmert sich um sie.” In einer Scheune hinter den Blumengewächshäusern leben 100 Kaninchen. Auch mit ihnen gewinnt Frau Van Rumpt Preise: „Schau nur, wie dicht das Fell dieser Tiere ist. Darauf achtet die Jury”, erzählt sie. Neben dem Haus befindet sich eine überdachte Terrasse mit Blick auf einen Teich mit Koi-Karpfen. „Auch ein Hobby meiner Frau. Koi-Karpfen, Königskarpfen, ein einzelner Goldfisch. Die Tiere bringen Freude ins Leben.”

Dankbar

Die Brüder sind zwar alt, möchten sich aber noch nicht zur Ruhe setzen. Jan: „Wir sind auch dankbar dafür, dass wir unsere Arbeit noch tun können. Es gibt viele, die….. Solange wir noch können, machen wir weiter. Arbeiten ist gut für Körper und Seele. Aber am Ende liegt nicht alles in unserer eigenen Hand.”

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