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„Wir haben den schönsten Beruf der Welt“

„De Eeuwige Lente” ist aus der Stationsstraat in Apeldoorn nicht mehr wegzudenken. Der Betrieb besteht seit 80 Jahren und verfügt über einen engen Kundenstamm. „Wir folgen den Lebenszyklen ganzer Familien. Geburten, Hochzeiten, Trauerfeiern. Man erlebt alles mit.“

„Die erste Generation baut alles auf, die zweite erhält es aufrecht und die dritte zerstört es.“ Wie bitte? „So werden Familienbetriebe schon mal falsch dargestellt“, sagt Chris Derksen, Inhaber der Baumschule De Eeeuwige Lente in dritter Generation. 1937 wurde der Betrieb von Herman Derksen gegründet. „Mein Großvater war ein echter Unternehmer, mein Vater ein echter Blumenhändler.“ Schon mit zwölf Jahren half Chris beim Fegen und Binden von Sträußen. Später übernahm er das Geschäft. „Ich versuche selbst, ein unternehmerischer Blumenhändler zu sein.“

Blumen sagen alles

Ehefrau Marjolein ist von Haus aus Logopädin. „Ich kann noch keine Sträuße machen, aber der Kontakt zu den Kunden gefällt mir sehr gut. Da ich die Verwaltung im Laden mache, bekomme ich alles mit.“ Sie teilt die Leidenschaft von Chris: „Blumenhändler ist das schönste Gewerbe der Welt. Mit jeder Blume, die wir verkaufen, geben wir auch ein Gefühl weiter. Wenn Kunden im Laden überlegen, was sie auf das Kärtchen schreiben sollen, sage ich oft: schreiben Sie doch einfach „Blumen sagen alles“. Chris: „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb und tun alles von Herzen.“ Als er das Geschäft übernahm, erweiterte er das Sortiment um Styling-Produkte für die Inneneinrichtung. „Es war die Zeit von Feng Shui, Jan des Bouvrie und ‚zwei von allem‘. Die Nachfrage nach Einrichtungsprodukten war sehr groß.“

Schmerzen lindern

Chris ist heute auch Miteigentümer von „Afscheid met Bloemen“ (Abschied mit Blumen). Dieses Unternehmen unterstützt Blumenhändler bei der Herstellung und beim Verkauf von Pflanzen für Beerdigungen. Eine Internetseite, soziale Medien und alle zwei Jahre ein Buch mit schönen Fotografien inspirieren Käufer und Verkäufer. Die Namen der Blumenarrangements sprechen Bände: „Umarme mich“, „Circle of Life“ etc. Derksen: „Abschied nehmen tut immer weh. Aber mit etwas so Schönem kann man den Schmerz doch etwas mildern.“ Er selbst verkauft landesweit und auf regionaler Ebene viele Trauerblumen. „Beerdigungshelfer nehmen uns unsere Gebinde gern ab. Wenn etwas mit Gefühl gemacht wurde, sieht man das.“

Präsenz zeigen

De Eeuwige Lente hat viele Stammkunden, von denen etliche die Handynummer von Chris haben. Marjolein: „Weil wir schon so lange existieren, können wir die Lebenszyklen ganzer Familien verfolgen. Geburten, Hochzeiten, Trauerfeiern. Man erlebt alles mit.“ Die Kunden erhalten immer die volle Aufmerksamkeit. Chris: „Wenn ich ein vertrautes Gesicht hereinkommen sehe, laufe ich sofort hin und zeige Präsenz. Ich finde es auch sehr wichtig, Kunden mit ihrem Namen anzusprechen.“ Sein Großvater hat ihm nämlich beigebracht, dass Kunden „wie Flöhe“ sind. „Heute sind sie hier und morgen sind sie bei jemand anderem.“ Vater Derksen wusste besser als jeder andere, wie er seinen Kunden schmeicheln konnte. Extravagant wie er war, nahm er immer singend den Telefonhörer ab. „Vor allem die Damen im Laden konnten mit zusätzlicher Aufmerksamkeit rechnen.“

Mit Kollegen essen gehen

Neben den Kunden unterhält Chris auch gute Kontakte zu seinen Floristenkollegen in Apeldoorn. „Wir sind befreundet und gehen manchmal zusammen essen. Wir brauchen uns gegenseitig. Wenn ich etwas nicht habe, kann mir jemand anders aushelfen. Wenn ein Blumenhändler im Sommer keinen Auslieferer hat, übernimmt mein regulärer Zusteller seine Bestellungen auch entgegen. Ich lasse mir lieber von einem guten Kollegen helfen, als alles selbst lösen zu müssen. Man kann nicht die ganze Welt regieren.“ Jeden Mittwoch und Freitag sitzt Derksen an der Versteigerungsuhr bei Plantion. „Dann sitze ich neben Cock, einem Freund meines Vaters. Es ist toll, dass manche Dinge bestehen bleiben.“

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