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Unerwarteter Start für Leiterin des Uhrenverkaufs

„Alles in allem haben wir uns gut geschlagen“

Eva Asijee war noch keine drei Monate Leiterin des Uhrenverkaufs, als das Coronavirus zuschlug. Jetzt, wo sich die Lage langsam normalisiert, möchten wir auf diese besondere Zeit zurückblicken. „Ich bin stolz auf das, was wir als Team geleistet haben.“

Vor rund vier Jahren kam Eva, eine frischgebackene Absolventin, zu Plantion in die ICT-Abteilung. Sie fühlte sich sofort zuhause.
Im vergangenen Herbst wurde sie gefragt, ob sie Leiterin des Uhrenverkaufs werden wolle. Sie dachte zwei Wochen nach, bevor sie eine Entscheidung traf. „Ich bin logistisch geschult. Diese Funktion hat zwar einige logistische Komponenten, aber auch einen großen kommerziellen Anteil. Ich habe immer gesagt, dass ich keine Verkäuferin bin. Schließlich habe ich aber doch zugesagt. Ich mag Herausforderungen und dachte: wenn ich nicht ja sage, wird es mir irgendwann leidtun. Gleichzeitig hatte ich viel Vertrauen in die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten würde.“

Seit Dezember 2019 ist sie deshalb u.a. für das Prüf- und Versteigerungsteam verantwortlich. „Wir sorgen dafür, dass alle angelieferten Produkte versteigert werden und zu einem marktkonformen Preis weggehen. Dafür sind eine gute Anlieferungsbetreuung und der Kontakt zu den Züchtern sehr wichtig. Wir telefonieren, koordinieren das Angebot und hören auf Impulse vom Markt. Sobald die Produkte verkauft sind, geben wir auch Rückmeldungen –  natürlich an die Züchter, aber auch an die Käufer, z.B. wenn es Fragen zur Qualität eines Produktes gegeben hat.“ Eva ist auch für die Partnerbetreuer verantwortlich, die sich größtenteils auf dem Weg zu neuen oder bestehenden Kunden befinden.

Wie können wir durchkommen?

Zunächst konnte sich Eva noch ganz normal an ihrem neuen Arbeitsplatz orientieren. „Was gehört zu dieser Funktion? Wie erfülle ich meine Aufgaben und Verantwortlichkeiten? Und wie können wir mit dem Team einen zusätzlichen Schritt machen, damit wir alle mit einem guten Gefühl arbeiten und das Unternehmen reibungslos funktionieren kann? Ich hatte sehr viele Pläne, wollte bestimmte Prozesse anpassen und den Kollegen mehr Verantwortung übertragen, um sie noch stärker einzubinden.

Aber dann kam Corona, und die einzige Frage lautete: wie können wir in dieser besonderen Situation überleben?“ Am Freitag, dem 13. März machten sich die ersten Auswirkungen des Virus bemerkbar. „Länder schlossen ihre Grenzen, und wir fragten uns, was das für uns bedeuten würde. Was geschieht mit internationalen Lieferungen? Können die Züchter ihre Produkte überhaupt noch verkaufen? Die erste Woche war wirklich dramatisch. Noch nie zuvor habe ich eine solche Niedergeschlagenheit bei Züchtern, Käufern und Kollegen erlebt. Es wurden wunderschöne Produkte geliefert, die sich aber wegen der ganzen Unsicherheit kaum verkauften. Anschließend gab es eine stufenweise Erholung, da der niederländische Markt weitgehend intakt blieb. Die Menschen machten es sich zu Hause gemütlich und schickten sich gegenseitig Blumen. Plötzlich konnten wir Höchstleistungen erzielen.”

Verständnis für Entscheidungen

Hinter den Kulissen trafen Eva und ihr Team weitreichende Entscheidungen. So wurde das Versteigerungsteam aufgeteilt: die eine Hälfte arbeitete bei Plantion, die andere Hälfte zuhause. „Das ist eine Frage der Risikostreuung. Wir haben sieben Mitarbeiter, die versteigern können. Wir können es uns nicht leisten, sie alle nicht einzusetzen.“ Auch auf kommerzieller Ebene wurden Entscheidungen getroffen. „Wir wollten vor allem weiterhin die Produkte der Stammlieferanten wertschätzen.

Wir haben manchmal das wunderbare Angebot von ‚Glückssuchern‘, die sehr sporadisch liefern, gestrichen.“ Käuferseitig wurde in Absprache mit anderen Abteilungen viel Raum für den Ferneinkauf geschaffen. „Und in der Versteigerungshalle haben wir beschlossen, die Anzahl der Sitzplätze zu halbieren. Das war ziemlich schwierig. Dann muss man Leuten, die seit vielen Jahren hier einkaufen, plötzlich mitteilen, dass sie sich einen anderen Platz suchen müssen oder keinen festen Platz mehr haben. Das hört niemand gern, aber es gibt Verständnis.“

Lektionen für die Zukunft

Obwohl die Bedrohung durch Corona noch nicht verschwunden ist, blickt Eva zufrieden zurück. „Alles in allem haben wir als Plantion gut abgeschnitten. Man kann es natürlich nicht allen recht machen, weil man bestimmte Entscheidungen treffen muss.

Wir haben versucht, alle Hindernisse so gut wie möglich wegzuräumen.“ Sie hofft, die Erfahrungen mit in die Zukunft nehmen zu können. „Wir müssen aber auch vor allem viel miteinander kommunizieren, auf eine reibungslose Kommunikation achten und intensiv zusammenarbeiten. Wir haben gezeigt, dass Züchter, Käufer und Plantion gemeinsam Fortschritte erzielen können. Halten wir daran fest.”

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