fbpx

„Eine faire Produktion ist unser Anliegen“

Vor fünf Jahren sorgte Rosa Plaza für eine Weltneuheit, als sie als erster Blumenzüchter Fairtrade-zertifizierte Rosen bei Plantion versteigerte. Der nordholländische Betrieb mit vierzig Hektar Gewächshäusern in Äthiopien stellt fest, dass sich immer mehr Floristen mit Fairtrade profilieren wollen.

Rosa Plaza pflanzt jährlich hundert Millionen Rosen an, von denen fünfzehn Millionen über Plantion gehandelt werden. „Plantion ist für uns das Tor zum niederländischen Markt und gleichzeitig eine Testwiese“, sagt Inhaber Wim Ammerlaan. „Wir testen dort oft Neuheiten, weil der Marktplatz fair ist und man einen direkten Kontakt zu den Floristen hat. Man bekommt Feedback. Wenn eine Art in Ede gut läuft, weißt man, dass die Qualität in Ordnung ist und man weitermachen kann.“

Risiko eingegangen
Dies erklärt zum Teil die Entscheidung, als Erster Fairtrade-Blumen vor die Versteigerungsuhr in Ede zu bringen. Aber ohne die kooperative Haltung von Plantion hätte es nicht geklappt, betont Ammerlaan. „Fairtrade stellt hohe Anforderungen, zum Beispiel im Bereich der Rückverfolgbarkeit. Nicht zuletzt deshalb landeten die Fairtrade-Blumen bis vor wenigen Jahren hauptsächlich im Supermarkt. Schließlich ist das eine geschlossene Lieferkette. Plantion ist das Risiko eingegangen und führt eine straffe Verwaltung. Dadurch sind jetzt doch Fairtrade-Blumen an diesem feinmaschigen Markt erhältlich.“

Mehrwert für den Kunden
Ammerlaan beschreibt die Versteigerung von Fairtrade-Rosen als „etwas Einzigartiges“. „Es ist das einzige Gütesiegel für Blumen, das wirklich einen echten Mehrwert für den Kunden hat. Floristen können sich damit profilieren. Nicht nur gegenüber den Verbrauchern, sondern auch gegenüber gewerblichen Kunden. Immer mehr Betriebe und staatliche Institutionen fragen nach Fairtrade. Es ist einfach die Norm und wenn man das als Florist nicht liefern kann, ist man raus.“

Ziel ist ein komplettes Bouquet
Deshalb freut er sich, dass es Plantion gelungen ist, zwei weitere Anlieferer von Fairtrade- Produkten zu gewinnen. „Es hat eine Weile gedauert, aber zumindest gibt es jetzt ein größeres Angebot. Das tollste wäre, wenn der Florist anhand eines kompletten Sortiments für einen kompletten Fairtrade-Blumenstrauß zusammenstellen könnte. Wir hoffen, dass dies der richtige Weg ist, auch wenn das jetzt noch Zukunftsmusik ist.“

„Ohne Plantions Bemühungen hätte es nicht geklappt“

Teilweise im Laden
Ammerlaan erklärt dies anschaulich anhand seines eigenen Betriebs. Alle Rosen, die seinen Pflanzenzuchtbetrieb in Äthiopien verlassen, erfüllen die Fairtrade-Anforderungen. „Für jede verkaufte Fairtrade-Rose wird eine Prämie für Personalprojekte bei der Pflanzenzuchtbetrieb gezahlt. Es wird auch eine Lizenzgebühr erhoben. Aber einige Floristen sind hauptsächlich preisorientiert oder haben Kunden, die weniger Wert auf Nachhaltigkeit legen. Fairtrade passt da nicht immer zu. Infolgedessen landet ein Teil unserer Produkte ohne Fairtrade-Logo im Laden.“

Ein gewisses Risikos eingehen
Durch die Zahlung der Prämie gehen Rosa Plaza und Plantion ein gewisses Risiko ein. „Wir können vorab nicht wissen, ob die Blumen an der Versteigerungsuhr tatsächlich mehr einbringen werden. In der Praxis ist das zwar oft so, aber es gibt keine Garantien. Ein solches Risiko gibt es mit den Supermärkten nicht, wo die Mengen und Preise festgelegt sind und der Lieferant die Prämien gut weitergeben kann“, sagt Ammerlaan und fügt noch hinzu, dass er das Risiko gerne übernimmt.

Aussehen ist wichtig
„Ich will einfach, dass unsere Produkte gut aussehen. Sie müssen fair produziert worden sein, das ist unser Anliegen. Wir haben zwölfhundert Mitarbeiter, für die wir verantwortlich sind. Dann muss man alles korrekt machen. Wie sonst können wir von unseren Mitarbeitern erwarten, dass sie mit den Blumen gut und vorsichtig umgehen? Betriebe, die hinter den Kulissen alles gut geregelt haben, sind oft die erfolgreichsten Betriebe in Afrika.“

Nachhaltig in jeder Hinsicht
Rosa Plaza verfolgt auch im weiteren Sinne eine nachhaltige Politik. In nur wenigen Jahren konnte der Einsatz von Chemikalien um drei Viertel reduziert werden. Es wird jetzt mit Hochdruck getestet, ob das noch weiter reduziert werden kann. „Ein Großteil unserer Pflanzenschutzmittel sind biologischer Art, z.B. mit natürlichen Feinden und biologischen Mitteln. Ich denke, wir sind damit führend in Afrika“, sagt Ammerlaan. Die Abfallwirtschaft in des Pflanzenzuchtbetriebs war bereits in Ordnung. Die gesamten Grünabfälle – einige hundert Tonnen pro Jahr – werden intern kompostiert und wiederverwendet. Auch das Abwasser wird recycelt. „Anhand von Wasserpflanzen und Schilf filtern wir das Wasser, bis dass es wieder im den Produktionsprozess verwendet werden kann.“

Für weitere Informationen zu Rosa Plaza siehe www.rosaplaza.nl.

Terug naar overzicht